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Sonntag der 13.06.04 ca. 03.15 Irgend so ein Penner ruft mich mitten in der Nacht an - es darf einfach nicht wahr sein - warum hab ich mein Handy eigentlich neben dem Bett liegen, es liegt doch immer im Auto; wieso zum Geier ist mein Klingelton plötzlich ein anderer?! Langsam merke ich, es ruft gar keiner an, sondern die Weckfunktion des Handys teilt mir mit: Es ist Zeit zum Aufstehen! Nun fällt mir alles wieder ein: Ja ja ja - wir fahren nach Ägypten aufs Boot und unser Flieger geht um sechs. Also raus aus dem Bett, noch schnell einen Happen eingeworfen und schon fahren ich und meine Frau los zu unserem ultimativen Tauchtrip. Sonntag der 13.06.04 ca. 04.00 Uhr Am Flughafen angekommen treffen wir als erstes auf den Hofweber Tom und auf Pit; alle beide sind etwas angespannt, da sie ihre Tickets noch nicht haben. Torsten - der sie mitbringen wollte - ist noch nicht da und auch nicht zu erreichen (Ich schätze Pit´s Blutdruck auf etwa 190 zu 140 bei einem Plus von 185, das erscheint mir um 4 Uhr in der Früh noch nicht so gesund zu sein). Als um 4.15 Uhr Karlo und Gerti mit den Tickets kommen geht´s auch Pit wieder besser. Schließlich sind wir eingecheckt und können zum gemütlichen Teil übergehen. Sonntag der 13.06.04 ca. 05.00 Torsten ist eingetroffen und gönnt sich und seinen beiden Kollegen Ulli und Hans (der aus Südbayern) erst einmal ein deftiges Weißwurstfrühstück mit Weißbier, bei diesem Anblick kann nun auch Henni nicht mehr an sich halten und konsumiert sein erstes Erdinger. So langsam trudeln nun alle Teilnehmer unserer Ägypten-Südsafari ein. Man erkennt nun auch einige verschlafene Bregenzer, Hans und Elke sowie Josef und Mareike aus Freising. Sonntag der 13.06.04 ca. 6.00 Hurra - wir fliegen und das pünktlich! Es ist herrlich: Eine Wochen tauchen, bis keiner mehr kann, liegt vor uns und ich darf es vorwegnehmen, es wird super. Aber noch sind wir nicht da... Sonntag der 13.06.04 ca. 11.00 Ägyptische Zeit (ÄZ) Endlich in Hurghada eingetroffen, geht’s zügig mit Gepäck und acht Paletten Bier, (Grüße an Henni, Torsten und Karlo) aus dem Duty Free Shop, zum Bus nach Hamata. Sechs Stunden Busfahrt nach vier Stunden Flug sind echt eine Ochsentour, aber wir hoffen, dass es sich lohnt. Sonntag der 13.06.04 ca. 17.30 Nach etwas sportlichem Gepäck- und Bierpaletten - schleppen, auf dem Steg von Hamata, geht’s mit dem Zodiak auf die DIVE ONE, ein Traum von einem Tauchschiff. Es werden noch schnell die Kabinen zugeteilt und schon zaubert Mohammed (warum sollte er auch anders heißen...!?) ein hervorragendes Abendessen. Erschöpft von dem langen Tag raffen wir uns noch auf, um von Jose (dem schweizerischen Eigner der DIVE ONE) ein ausführliches Bootsbriefing zu bekommen. Weil wir so erschöpft und geistig träge waren, fiel es uns gar nicht auf als Jose verkündete, dass wir ägyptische Sommerzeit hätten und wir unsere Uhren zwei Stunden vorstellen müssen, anstatt der üblichen einen Stunde, (ägyptische Sommerzeit - so ein Blödsinn, verarscht hat er uns um uns das Aufstehen um 05.30!!!!! jeden Tag zu erleichtern, denn wir hatten auf unseren Uhren ja die „ägyptischen Sommerzeit“ und somit war es für uns 6.30.
Montag der 14.06.04 6.30 Dive One Time (DOT) 5.30 ÄZ oder noch besser 4.30 MSZ Nun geht’s richtig los, die Motoren starten, an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Nach ca. einer Stunde sind wir am Tauchplatz, zudem uns Jose ein kurzes, aber umfassendes Briefing gibt (so muss es sein, ich hasse Guides die sich am liebsten selbst reden hören). Wir sind also in Shaab Osam und machen hier einen geschützten Checkdive. Der Tauchgang ist sehr schön, aber nicht überspektakulär. Positiv zu vermerken ist, dass wir mit 15 l Stahlflaschen tauchen, wer schon mit Aluflaschen getaucht hat, weiß wovon ich rede und – sehr entspannend - das Wasser hat 27°C. Nach dem Tauchgang gibt´s erst mal ein ordentliches Frühstück inkl. Omelett; generell ist das Essen auf der DIVE ONE, für ein Tauchschiff, hervorragend. Danach geht’s auch gleich zügig weiter Richtung Süden, damit wir sobald wie möglich nach St. John kommen. Montag der 14.06.04 ca. 13.00 Uhr (DOT) Vor dem Mittagessen gehen wir noch mal ins Wasser, diesmal am Shaab OmKhoram. Hier ist das Tauchen schon etwas spektakulärer, wir sehen mehrere Muränen sowie eine Napoleonfamilie mit zwei ganz kleinen Napoleons, aber immer noch nicht die Weltklasse Tauchgänge die ich mir von Südägypten erwartet habe, na ja schaun wir uns St. John an, aber bis dahin machen wir erst noch hier einen Nachttauchgang. Richtiges Nachttauchen war es ja nicht gerade, denn wir waren 21 Taucher von denen die meisten starke bist superstarke Lampen dabei hatten (Wenn ich an die KELDAN-Xenon Lampen von Torsten und Klaus denke, kriege ich jetzt noch eine Netzhautablösung) somit war unser Nachttauchgang mehr ein Tagtauchgang mit nachtaktiven Fischen.
Dienstag der 15.06.04 ca. 6.30 Uhr (DOT) Und wieder starten die Motoren zu unserer morgendlichen Seefahrt, die um die Uhrzeit weder lustig noch schön ist. Beim Morgenkaffee kann man sogar Gerti und Henni sehen, die ansonsten eine Meuterei vom Zaun brechen, wenn sie vor 9.00 Uhr aufstehen sollen, aber wer soll bei diesen Fahrgeräuschen noch schlafen können? Nach ca. 90 min sind wir am ersten Tagesziel angelangt: dem Shaab Farag, einer Steilwand im St. John Gebiet, wo wir auch wieder einige Napoleons sowie einen Hai in der Ferne beobachten konnten. Nach dem Frühstück geht es wiederum gleich weiter Richtung Süd, so dass wir um ca. 13.00 am Tauchplatz Abil Gaafar angekommen sind. Abil Gaafar ist eine Felsnadel die sich von ca. 65m Tiefe bis zur Oberfläche erstreckt und die man in ca.10 min umrunden kann, so dass man sich spiralförmig nach oben arbeiten kann. Der Tauchgang ist weltklasse und genau das, was ich mir von unserer Expedition versprochen habe. Gleich am Anfang des TG sehen wir einen Seidenhai in nur ca. 5m Entfernung, des weiteren Weißspitzenriffhaie, sowie Schwarmfische bis keiner mehr kann, absolut klasse!! Zum Übernachten fahren wir einen geschützten Platz an, der völlig zu unrecht den Namen „Dangerous Reef“ trägt. Da wir hier noch keinen Tauchgang durchgeführt haben, machen wir erst mal einen dritten Tagestauchgang, der auch sehr reizvoll ist: mit Blaupunktrochen, frei schwimmenden Muränen sowie einer unglaublichen Anzahl von Anemonen mit Clownfischen. Mittwoch der 16.06.04 wieder mal 6.30 (DOT)
Ich will euch nicht noch mal erzählen wie es ist jeden Tag im Urlaub zu solch unchristlichen Zeiten aufzustehen und was für unleidliche Gesichter dich anblicken, wenn du mit deinem Kaffee zum Briefing gehst, aber ich denke man kann sich vorstellen, dass die Lieblings- beschäftigung auf der DIVE ONE während der Tauchpausen das Schlafen war. Heute sind wir nach Abil Aly gefahren. Abil Aly ist der am häufigsten betauchte Platz in St. John, da hier die größten Chancen bestehen große Fische und Hammerhaie zu beobachten. Bei unserem ersten Tauchgang sehen wir dann auch gleich zwei Weißspitzenriffhaie sowie einen grauen Riffhai und einen riesigen Barakudaschwarm. Zurück auf dem Schiff sind alle noch ganz begeistert von diesem super guten Tauchgang und den ganzen Haien. Wir bleiben auch gleich vor Ort um den zweiten Tauchgang ebenfalls hier zu machen, aber dieses mal wollen wir an der Westseite des Riffs tauchen, dazu müssen wir auf die mitgeführten Zodiaks umsteigen und zur Riffkante fahren. Beim diesem Tauchgang sehen wir wieder Weißspitzenriffhaie sowie einen Grauen Riffhai, einige Muränen und Napoleonfische. Karlo, Gerti und Henni haben sogar einen Hammerhai gesehen. Dieser Tauchgang war absolut klasse! Nun geht’s zurück zu unserem Übernachtungsplatz, dem berühmten Dangerous Reef, wo wir heute wieder einen „Nachttauchgang“ durchführen werden. Dieser Nachttauchgang war sehr gut, wir haben eine Spanische Tänzerin sowie einen freischwimmenden Strudelwurm und mehrere Streifengarnelen gesehen, richtig klasse.
Donnerstag der 17.06.04 Heute ist der große Tag, heute - soviel kann ich schon mal versprechen - kommt das Highlight der ganzen Expedition. Wieder tauchen wir am Abil Aly West. Dieses Mal sehen wir zwei Hammerhaie, Graue Riffhaie und Weißspitzenriffhaie, Weltklasse! Nach unserer Rückkehr aufs Schiff sehen wir von Deck aus mehrer Delfine im Wasser, etwa 200m von der DIVE ONE entfernt. Karlo, Pit, Hofweber Tom, Anita und ich können ein Mitglied der Crew dazu überreden, dass er uns mit dem Zodiak zu den Delfinen bringt, auf dass wir mit ihnen Schnorcheln können. Bei den Delfinen angekommen, sagt unser Fahrer, dass er glaubt, einen großen Shark gesehen zu haben. Anita belehrte unseren unwissenden Ägypter, der erst seit ca. 15 Jahren auf dem Roten Meer Boot fährt und taucht, mit dem mittlerweile legendären Satz: „Da wo Delfine sind, sind keine Haie“ - sprachs und wir fünf sprangen mit einer Rolle rückwärts ins Wasser. Etwa 10 Sekunden später waren alle wieder auf dem Zodiak, manch einer mit einer Bremsspur in der Badehose, was war geschehen?
Direkt unter der Wasseroberfläche, in nicht mal 5m Entfernung von uns, zog ein Weißspitzen Hochseehai (Caracharhinus longimanus) mit ca. 3,5m Länge seine Bahnen, wie wir aus dem Riffführer wussten, einer der vier für den Menschen gefährlichsten Haie. Wir haben in dann alle vom Boot aus mit dem Kopf im Wasser beobachtet, nur Pit hatte genug Mut um im Wasser zu bleiben und ihn von der Wasseroberfläche aus zu beobachten, absolut unbeschreiblich, unglaublich geil. Beim Mittagessen zitterte Pit noch so stark, dass er beinahe die Milch neben den Kaffee gegossen hätte. Kaum ist das Mittagessen rum und man möchte sich etwas ausruhen und das Gesehene verarbeiten, sehen wir wie mehrere Delfine direkt auf die DIVE ONE zuschwimmen, also wieder ins Wasser um mit den Delfinen zu Schnorcheln, denn ihr wisst ja da wo Delfine sind, ....
Dieses Mal waren es wirklich nur Delfine, aber keiner von uns schnorchelte weit vom Boot weg, denn vielleicht weiß der Hai ja nicht, dass er nicht da sein darf wo Delfine sind. Nun weiß ich genau warum ich mir das hier angetan habe, es sind die besten Tauchgänge die ich je durchgeführt habe.
Beim zweiten Tauchgang, wiederum in Abil Aly, sehen wir unsere ersten Schwarzspitzen Riffhaie sowie mehrer Graue Riffhaie. Den heutigen Nachttauchgang lasse ich ausfallen, nachdem mein Tauchcomputer „Change User“ auf sein Display geschrieben hat. Von Anderen dagegen, befragt ob Sie trotz mittlerweile recht ordentlicher Stickstoffsättigung einen Nachttauchgang machen wollten gab´s nur ein rüdes „Allein die Frage regt mich auf!“ zu hören… Freitag der 18.06.04 Heute beginnen wir langsam aber sicher mit der Tour zurück nach Norden. Unseren ersten Tauchgang führen wir bei Shaab Maksur durch, wo uns die Strömung etwas zusetzt und ich ziemlich aus der Puste bin. Die anderen aus unserer Gruppe sehen noch mal einen Hammerhai, für den ich aber eindeutig zu langsam unterwegs war. Der Zweite Tauchgang findet in Farsh Wadi Gimal statt, wo ich und Anita als einzige zwei Delfine beobachten können und einen Blaupunktrochen. Den heutigen Nachttauchgang lasse ich wegen Müdigkeit ebenfalls ausfallen. Samstag 19.06.04
Unsere letzen Stunden auf der DIVE ONE, man könnte fast melancholisch werden, aber noch stehen uns zwei Tauchgänge bevor. Der Erste, in Gotha Sharm, ist ein etwas unspektakulärer Tauchgang (vielleicht ist man auch nur etwas verwöhnt) und in der Nähe des Hafens von Marsa Alam machen wir unseren super entspannten Abschlusstauchgang. Jetzt noch hektisch unsere Ausrüstung verpacken und schon bringen uns die Zodiaks runter von der DIVE ONE zu dem auf uns wartenden Bus Wir haben wieder festen Boden unter den Füßen und sofort merkt man, was man auf dem Meer fast vergessen konnte, dass es Sommer ist in Ägypten. Die Hitze an Land überfällt dich (min. 40°C) - Gott sei Dank oder besser Hamdulila: unser Bus ist klimatisiert. Nach etwa 4 Stunden Busfahrt kommen wir in Hurghada an und werden in unser Hotel „LaPerla“ gebracht. Das LaPerla ist nicht wirklich ein Hit, aber für eine Nacht ist es o.k. und die Klimaanlage geht, der Pool ist kühl und die Duschen funktionieren. Da kann man über das mäßige Essen, die unfreundliche Bedienung und den unschönen Ausblick hinwegsehen. Jose kommt noch einmal vorbei, um uns mitzuteilen, dass unser Flug der um 12.55 (ÄZ) abfliegen sollte, auf 09.30 (ÄZ) vorverlegt wurde. Also wieder 06.00 Uhr aufstehen und um sieben ab zum Flughafen. So 20.06.04 Früh Morgens Wenn ich wieder Arbeiten gehe, dann schlaf ich mich aus, das verspreche ich. Also 6.00 aufstehen, Sachen packen, 06.30 Frühstück, 7.00 Los zum Flughafen. Wenigstens sind wir dann ja Mittags zuhause, trösten wir uns alle gegenseitig. Am Flughafen angekommen mussten wir feststellen, dass unser Flug nicht vorverlegt wurde, also vier Stunden warten am Hurghada Airport und das nachdem man nur max. 6 Stunden geschlafen hat - ein Traum. Langsam kommt in mir der Verdacht auf, dass Jose uns wieder mal verarscht hat, um uns an das regelmäßige Frühaufstehen zu gewöhnen. Wie auch immer, die Zeit vergeht und nachdem wir um 16.00 in München gelandet sind, sind wir alle froh, dass wir überhaupt geflogen sind, da eine Landebahn in München gesperrt war und viele Flüge annulliert wurden.
Fazit: Traumhafte Tauchgänge, ein hervorragendes Schiff und eine sehr gute Crew haben die Expedition zu einem Erlebnis gemacht, das jedem von uns im Gedächtnis bleiben wird. Das Preisleistungsverhältnis war sehr gut. Die kleinen Unzulänglichkeiten sind locker wegzustecken, vor allem wenn man bedenkt, dass wir in Ägypten waren wo halt die Uhren etwas anders gehen ? |